Die deutsche Sprache ist eine wunderbare Sprache. Große Dichter und Denker schrieben mit ihr gar wunderbare Werke wie Goethes “Faust”, Schillers “Die Räuber” oder Dürrenmatts “Die Physiker”. Sie ist einfach nicht einfach – starke und schwache Konjugation und Deklination mit Unterscheidung nach Nomen/Adjektiv/Verbum, Tempus, Genus, Kasus und syntaktischer Stellung sowie semantischer Bedeutung. Schön deutsch eben.
Das Problem ist nur, dass sie gelegentlich nicht eindeutig ist. Freund kann heißen Bekannter, Geliebter, Lebenspartner u.a.m. Im Englisch und dem Französischen ist es soviel einfacher. Freund im Sinne von Bekannter heißt auf Englisch friend oder gerade noch buddy. Auf Französisch sagt man copain oder ami. Meint man hingegen einen Geliebten, so verwendet man im Englischen boyfriend und im Franzöischen petit ami. Einfach eindeutig.
Im Deutschen gibt es für Freund leider mehrere Bedeutungen. Obiges “Zitat” beschreibt das ganz gut. Man kann, v.a. als Mann, das Wort Freund nicht einfach so verwenden, ohne in schwulitäten zu geraten. Was könnte man stattdessen verwenden? Kumpel (wovon sich das frz. copain ableiten könnte, fällt mir gerade ein)? Bekannter? Alles doofe Wörter. Sie drücken nicht das aus, was Freund in der freundschaftlichen Bedeutung ausdrückt: Kumpel sind nur Bergleute und Bekannte sind noch keine Freunde.
Sollen wir es also bei Freund belassen und darauf vertrauen, dass es richtig interpretiert wird? Dennoch, böse Zungen könnten diese Doppeldeutigkeit ausnutzen. Für alljene, die jeden Zweifel an der sprachlichen Eindeutigkeit ausräumen wollen, böte sich der Nebensatz an …, also ein Bekannter – wobei ich behaupte, dass das weitaus blöder ist… Leichter wäre es, einheitliche Termini zu verwenden: Das ist mein Geliebter/Lebensgefährte/Lebensabschnittspartner/u.a.m. dann wäre Freund/Freundin wieder neutral und alles wäre wunderbar eindeutig und v.a. auf anhieb verständlich.